# Mögliche Klausurfragen – Modul 4 Soziale Arbeit

## Teil 1: Theorien Sozialer Arbeit

### Frage 1: Was zeichnet Soziale Arbeit als wissenschaftliche Profession aus?
**Antwortskizze:**
- Soziale Arbeit ist eine Handlungswissenschaft.
- Sie verbindet wissenschaftliches Wissen mit praktischem Handeln.
- Methoden, Konzepte und Techniken sind theoriegeleitet.
- Professionelles Handeln ist wissenschaftlich begründet, reflektiert und situativ angemessen.
- Ziel: Teilhabe, Chancengleichheit und Rechte der Adressaten fördern.
- Beispiel: Mollenhauers Bildungsbegriff oder Thierschs Lebensweltorientierung.

### Frage 2: Erklären Sie den Unterschied zwischen Wissenschaft und Alltagswissen!
**Antwortskizze:**
- Wissenschaft: systematisch, methodisch kontrolliert, präzise formuliert, intersubjektiv überprüfbar.
- Alltagswissen: umgangssprachlich, subjektiv, aus persönlicher Erfahrung, schwer überprüfbar.
- Wissenschaft will neue Erkenntnisse gewinnen; Alltagswissen dient als Handlungsleitfaden.

### Frage 3: Was ist eine wissenschaftliche Disziplin und welche Merkmale hat sie?
**Antwortskizze:**
- Relativ abgegrenzter Wissenschaftsbereich.
- Eigenes Forschungsgebiet, eigene Theorien und Methoden.
- Scientific Community: Forschende, die miteinander kommunizieren.
- Institutionalisierung an Hochschulen und Forschungseinrichtungen.
- Relativ autonom, aber vernetzt mit anderen Disziplinen.

### Frage 4: Erläutern Sie Induktion, Deduktion und Abduktion an einem Beispiel aus der Sozialen Arbeit!
**Antwortskizze:**
- Induktion: aus Einzelbeobachtungen allgemeine Regeln ableiten. Beispiel: mehrere Klient:innen berichten über Wohnungsnot → These: Wohnungsnot ist ein strukturelles Problem.
- Deduktion: aus allgemeiner Theorie konkrete Vorhersagen treffen. Beispiel: Bourdieus Kapitaltheorie → Jugendliche mit wenig kulturellem Kapital haben schlechtere Bildungschancen.
- Abduktion: plausibelste Erklärung für eine Beobachtung finden. Beispiel: Ein Kind zeigt plötzlich Aggressionen → Hypothese: familiäre Konflikte.

### Frage 5: Was versteht Mollenhauer unter Erziehung und was ist sein Bildungsziel?
**Antwortskizze:**
- Erziehung als asymmetrischer Dialog zwischen Fachkraft und Adressat.
- Verbindung von Tradition und Veränderung.
- Ziel: Mündigkeit, Selbstständigkeit, Produktivität des Lernenden fördern.
- Geisteswissenschaftliche Pädagogik nach Herman Nohl.
- Kritik: zu wenig Gender, Migration, Inklusion; teils hierarchisch.

### Frage 6: Wie erklärt Khella soziale Probleme und welche politische Perspektive vertritt er?
**Antwortskizze:**
- Soziale Probleme entstehen durch Mängel in den Lebensverhältnissen und ökonomischen Grundlagen.
- Marxistisch-materialistische Perspektive.
- Soziale Arbeit und Sozialpädagogik dienen der Betreuung von Menschen in sozialen Problemlagen.
- Kritik an Ausbeutung und Verelendung.

### Frage 7: Was ist lebensweltorientierte Soziale Arbeit nach Hans Thiersch?
**Antwortskizze:**
- Orientierung am alltäglichen Leben der Adressat:innen.
- Subjektive Perspektive wird ernst genommen.
- Unterscheidung biografisch / lebensweltlich.
- Partizipation und Ressourcenorientierung.
- Grenzen: strukturelle Probleme können individualisiert werden; institutionelle Rahmenbedingungen begrenzen die Umsetzung.

### Frage 8: Was versteht Böhnisch unter Lebensweltbewältigung?
**Antwortskizze:**
- Bewältigung von Anforderungen in verschiedenen Lebensbereichen.
- Zentrale Begriffe: Lebenswelt, Lebenslage, Lebensführung.
- Soziale Arbeit unterstützt bei der Bewältigung von Alltagsproblemen.

### Frage 9: Wie argumentiert Margit Brückner zu Care und Geschlechterverhältnissen?
**Antwortskizze:**
- Care = Sorgearbeit, meist unbezahlt und weiblich konnotiert.
- Care ist zentral für Soziale Arbeit.
- Kritik an geschlechterungleicher Verteilung.
- Sorgearbeit wird ökonomisch und gesellschaftlich unterschätzt.

### Frage 10: Was bedeutet diversitätsbewusste und rassismuskritische Soziale Arbeit nach Leiprecht und Mecheril?
**Antwortskizze:**
- Diversitätsbewusst: Berücksichtigung verschiedener Diversitätskategorien.
- Rassismuskritisch: Rassismus als gesellschaftliche Struktur verstehen, nicht nur individuelle Einstellung.
- Reflexion eigener Positionen und institutioneller Praktiken.
- Ziel: diskriminierungsfreie Soziale Arbeit.

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## Teil 2: Soziale Beziehungen, Soziologie und Identität

### Frage 11: Was ist eine soziale Gruppe und wie unterscheidet sie sich von einem sozialen Netzwerk?
**Antwortskizze:**
- Gruppe: direkte soziale Beziehung, gemeinsame Normen und Interaktionen.
- Netzwerk: Beziehungsgeflecht aus verschiedenen Kontakten, oft lockerer.
- Organisation: formelle Struktur mit Rollen und Regeln.

### Frage 12: Was versteht man unter Sozialisation und Identität?
**Antwortskizze:**
- Sozialisation: lebenslanger Prozess der Aneignung von Normen, Werten, Rollen.
- Identität: selbstbezogene Auskunft darüber, wer man ist; wandelbar und kontextabhängig.

### Frage 13: Erläutern Sie die Soziologie von Altersphasen!
**Antwortskizze:**
- Gesellschaft konstruiert Altersphasen wie Kindheit, Jugend, Alter.
- Mit jeder Phase sind Erwartungen, Rollen und Rechte verbunden.
- Soziale Arbeit begegnet je unterschiedlichen Lebenslagen.

### Frage 14: Was sagt Bourdieu zu sozialer Ungleichheit?
**Antwortskizze:**
- Habitus: internalisierte Dispositionen.
- Feld: sozialer Raum mit spezifischen Regeln.
- Kapitalsorten: ökonomisch, kulturell, sozial, symbolisch.
- Ungleichheit wird über den Besitz und Einsatz verschiedener Kapitalsorten reproduziert.

### Frage 15: Was ist Solidarität und welche Bedeutung hat sie für Soziale Arbeit?
**Antwortskizze:**
- Zusammengehörigkeitsgefühl und gegenseitige Verpflichtung.
- Kann zivilgesellschaftlich oder staatlich organisiert sein.
- Soziale Arbeit vermittelt zwischen individuellen Problemen und gesellschaftlicher Solidarität.

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## Teil 3: Politik und Sozialpolitik

### Frage 16: Was ist Sozialpolitik und was leistet der Sozialstaat?
**Antwortskizze:**
- Sozialpolitik: staatliche Gestaltung sozialer Verhältnisse, Sicherung sozialer Rechte.
- Sozialstaat: Gewährleistung sozialer Sicherheit, Chancengleichheit, Teilhabe.
- Leistungen: Absicherung gegen Risiken, Armutsbekämpfung, Bildung und Teilhabe.

### Frage 17: Nennen Sie die Systeme der sozialen Sicherung in Deutschland!
**Antwortskizze:**
- Kranken-, Renten-, Arbeitslosen-, Pflege-, Unfallversicherung.
- Sozialhilfe / Bürgergeld.
- Familienleistungen.
- Ziel: Absicherung gegen wichtige Lebensrisiken.

### Frage 18: Was ist kommunale Sozialpolitik?
**Antwortskizze:**
- Sozialpolitik auf Stadt- und Gemeindeebene.
- Zuständig für Jugendhilfe, Wohnen, Obdachlosigkeit, soziale Dienste.
- Verbindung zwischen staatlicher Politik und lokaler Praxis.

### Frage 19: Wie hängen Sozialpolitik und Soziale Arbeit zusammen?
**Antwortskizze:**
- Sozialpolitik setzt Rechtsrahmen und Finanzierungsstrukturen.
- Soziale Arbeit setzt Politik in der Praxis um.
- Feedback von der Praxis kann politische Veränderungen anstoßen.
- Beispiel: SGB VIII, SGB II, Sozialanwaltschaft.

### Frage 20: Was ist sozialanwaltschaftliche Praxis?
**Antwortskizze:**
- Vertretung von Interessen von Adressat:innen.
- Durchsetzung von Rechten gegenüber Behörden.
- Empowerment und Stärkung der Eigenständigkeit.
- Verbindung von Einzelfallhilfe und politischer Interessenvertretung.
