1. Vorlesung: Einführung Was ist Psychologie? = Wissenschaft vom Verhalten und von mentalen Prozessen  Verhalten = alles, was ein Organismus tut (beobachtbar)  Mentale Prozesse = Denken, Fühlen, Wahrnehmen, Motivation usw. Wichtig: Psychologie arbeitet wissenschaftlich durch:  Beobachtung  Experimente  empirische Forschung Historische Entwicklung der Psychologie Antike bis 18. Jahrhundert Fragen früher Denker:  Sind Körper und Seele getrennt?  Ist Wissen angeboren oder erlernt? Wichtige Vertreter:  Aristoteles  Platon  John Locke Empirismus Wissen entsteht durch:  Sinneserfahrungen  wissenschaftliche Beobachtung Zusammenfassung 8.1 Grundlagen psychischer Entwicklung, Gesundheit & Krankheit Geburtsstunde der modernen Psychologie Wilhelm Wundt (1879)  erstes psychologisches Labor in Deutschland  Beginn der modernen wissenschaftlichen Psychologie Wichtige Richtungen Strukturalismus Analyse der Grundelemente des Bewusstseins Methode: Introspektion (Selbstbeobachtung) Funktionalismus Frage: „Warum verhalten Menschen sich so?“ Fokus: Funktionen des Verhaltens Schulen der Psychologie 1. Frühe Psychologie  Psychologie als „Wissenschaft vom Seelenleben“  Methode: Introspektion 2. Behaviorismus Vertreter:  John B. Watson  B. F. Skinner Merkmale:  nur beobachtbares Verhalten wird untersucht  Lernen durch Reize und Konsequenzen Zusammenfassung 8.1 Grundlagen psychischer Entwicklung, Gesundheit & Krankheit 3. Humanistische Psychologie  Fokus auf persönliches Wachstum  Bedürfnisse, Selbstverwirklichung, Beziehung Wichtiger Vertreter:  Carl Rogers 4. Kognitive Wende Fokus auf:  Denken  Gedächtnis  Wahrnehmung  Informationsverarbeitung Anlage vs. Umwelt Zentrale Frage: Welchen Einfluss haben Gene und Umwelt auf Persönlichkeit und Verhalten? Heute gilt: Verhalten entsteht durch Zusammenspiel von:  biologischen Faktoren  psychischen Faktoren  sozialen Einflüssen Der biopsychosoziale Ansatz Menschliches Verhalten wird aus drei Perspektiven erklärt: Ebene Inhalte Biologisch Gene, Gehirn, Evolution Psychologisch Denken, Lernen, Emotionen Sozial/kulturell Familie, Gesellschaft, Kultur → Erst die Kombination ermöglicht ein ganzheitliches Verständnis. Zusammenfassung 8.1 Grundlagen psychischer Entwicklung, Gesundheit & Krankheit Erleben und Verhalten Verhalten  äußerlich beobachtbar  objektivierbar Erleben  innere Vorgänge  Gefühle, Gedanken, Motivation Bewusstsein und Unbewusstes Psychische Vorgänge können:  bewusst  teilweise bewusst  unbewusst sein Beispiele: automatisches Verhalten → eher unbewusst bewusste Problemlösung → bewusst Methoden der Psychologie Psychologie arbeitet empirisch mit:  Befragungen  Tests  Beobachtungen  Diagnostik Datenauswertung:  Statistik  wissenschaftliche Analyse Automatisches verhalten Geplante Handlung Bewusste Problemlösung Implizites Wissen Bewusst Zusammenfassung 8.1 Grundlagen psychischer Entwicklung, Gesundheit & Krankheit Bedeutung der Psychologie für die Soziale Arbeit Psychologie liefert Grundlagen für:  Fallverstehen  Diagnostik  Beratung  Interventionen Besonders wichtig:  Tiefenpsychologie  Humanistische Psychologie  Verhaltenstheorien Tiefenpsychologie in der Sozialen Arbeit Bis in die 1960er Jahre dominierend:  Erklärung psychischer und sozialer Probleme  Grundlage professionellen Handelns Humanistische Psychologie Carl Rogers  klientenzentrierte Gesprächsführung  wertschätzende Haltung  Empathie  Akzeptanz Wichtig für Soziale Arbeit, weil:  positives Menschenbild  Fokus auf Ressourcen und Entwicklung Zusammenfassung 8.1 Grundlagen psychischer Entwicklung, Gesundheit & Krankheit Psychologische Zugänge in der Praxis Grundidee Probleme entstehen nicht nur „im Menschen“, sondern im Zusammenspiel von: 1. Individuum 2. Umwelt 3. sozialen Bedingungen → biopsychosoziales Denken Praxis braucht Theorie Professionelles Handeln basiert auf: Wissensart Bedeutung Beschreibungswissen Diagnostik, Fallverstehen Erklärungswissen Warum entsteht ein Problem? Wertwissen Berufsethik, Ziele Veränderungswissen Methoden und Interventionen Der transformative Dreischritt (Staub-Bernasconi) 1. Kenntnisnahme  Was sagt die Forschung? 2. Hypothesen bilden  Warum zeigt die Person dieses Verhalten? 3. Handlungsleitlinien ableiten  Welche professionelle Unterstützung ist sinnvoll? Zentrale Erkenntnisse für die Soziale Arbeit  Verhalten muss ganzheitlich betrachtet werden  Psychologie liefert wichtige Erklärungsmodelle  Professionelles Handeln braucht wissenschaftliche Grundlagen  Theorie und Praxis beeinflussen sich gegenseitig  Ziel Sozialer Arbeit: Menschen stärken und Handlungsmöglichkeiten erweitern Zusammenfassung 8.1 Grundlagen psychischer Entwicklung, Gesundheit & Krankheit